B WALD – überörtliche Hilfe

Datum: 15. August 2022 um 13:00
Dauer: 36 Stunden
Einsatzart: Brand
Einsatzort: Münster – Breitenfeld
Fahrzeuge: Kahl 23/1


Einsatzbericht:

+++ Waldbrandeinsatz Münster +++

Ein ausgedehnter Waldbrand im hessischen Münster beschäftigt seit vergangenem Samstag mehr als 3500 Einsatzkräfte aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern. Das Feuer ist zwar unter Kontrolle, aber immer noch nicht aus. Bisher sind bereits mehr als 250.000 Quadratmeter abgebrannt. Ein immenser Schaden für die Natur und zugleich eine große Herausforderung für die Einsatzkräfte. Auch die Feuerwehr Kahl kam bei diesem Brandereignis zum Einsatz. Am Montag machte sich unser Tanklöschfahrzeug (kurz TLF) für einen 36-stündigen Dauereinsatz auf den Weg ins Schadensgebiet. Die Einsatzkräfte aus Kahl wurden im Rahmen des sogenannten Pendelverkehrs eingesetzt. Das bedeutet, dass mit dem Löschfahrzeug an unterschiedlichen Wasserentnahmestellen, beispielsweise Hydranten, immer wieder Löschwasser getankt und anschließend in den Wald gefahren wird. Rund 150.000 Liter Löschwasser wurden durch das Kahler TLF auf einer Gesamtstrecke von mindestens 600 Kilometern in den Wald transportiert. Innerhalb des Schadensgebiets wurden bereits mehrere Millionen Liter Löschwasser abgegeben – und das Feuer ist noch nicht aus.

Dieser massive Waldbrandeinsatz ist kein gewöhnlicher für die vielen Einsatzkräfte. Innerhalb des munitionsverseuchten Muna-Areals, dem Gelände einer ehemaligen Munitionsanstalt, sind bis heute Munitionsrestbestände aus dem zweiten Weltkrieg nachweisbar. Während der Löscharbeiten kam es immer wieder zu lautstarken Detonationen durch explodierende Munition. Eine aktive Brandbekämpfung innerhalb der betroffenen Waldabteilungen ist daher unmöglich – es besteht Lebensgefahr für die ehrenamtlichen Helfer. Daher mussten auch mehrere Hubschrauber der Bundeswehr und Bundespolizei zum Einsatz kommen, die mit Löschwasser-Außenlastbehältern die Brandbekämpfung in unbetretbarem Territorium aus der Luft unterstützt haben.

In der Nacht zum Mittwoch wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr Kahl dann durch Kräfte der Feuerwehr Alzenau abgelöst. Diese werden weiterhin Bestandteil des Pendelverkehrs bleiben und Löschwasser in den Wald liefern. Wie lange der Einsatz vor Ort noch andauert, ist bislang unklar.

Im Rahmen dieses Großeinsatzes wurden bislang mehr als 20 Einsatzkräfte verletzt, zum Teil sogar schwer. Die Feuerwehr Kahl wünscht den Kameraden gute Besserung und eine schnelle Genesung. Dies zeigt: Ein Einsatz dieser Art ist nicht nur enorm kräftezehrend, sondern kann auch schnell gefährlich für die tausenden ehrenamtlichen Kräfte werden.